"Herbstakademie - deutsche und tschechische Jugendliche gestalten für die Zukunft"

Im Oktober 2017 (16. bis 20.) fand eine Begegnungswoche deustcher und tschechischer Jugendlicher am Erzgebirgskamm bei Pobershau statt. Übergreifendes Thema war die sinnstiftende und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Natur des Erzgebirges sowie die Gelegenheit, sich intensiv kennenzulernen, Vorurteile ab- und neue Kontakte aufzubauen.

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Begegnung 9 tschechischer Berufsschüler aus Žatec (Fachschule für Landwirtschaft und Ökologie) aus dem Fachbereich Gartenbau und Landwirtschaft 2. und 3. Lehrjahr (Alter: 16-19 Jahre) sowie 22 deutscher Jugendlicher aus der Drogentherapie in Großrückerswalde im Alter von 16-29 Jahren.

In der Praxiswoche wurden täglich praktische Maßnahmen des Naturschutzes auf Biotopflächen an der deutsch-tschechischen Grenze umgesetzt sowie mit der Instandsetzung des Naturlehrpfades an der Naturschutzstation Pobershau begonnen. Es erfolgte eine nachhaltige Aufwertung des grenznahen Raumes durch Pflege typischer Lebensräume des oberen Erzgebirge (Bergwiesen) und Gestaltung eines deutsch-tschechischen Naturlehrpfades.

Durch die gemeinsame sinnstiftende Tätigkeit während der Kreativmaßnahmen konnten die Schüler - mit und ohne Drogengeschichte - interkulturelle Kompetenz und Teamfähigkeit erwerben. Binationale Arbeitsgruppen animierten die Schüler während der Praxiswoche, aktiv aufeinander zuzugehen. Die kreativ-praktische Auseinandersetzung mit der Kammnatur im Rahmen der Lehrpfadgestaltung und Biotoppflege sollte bei den Jugendlichen auch Begeisterung für die Einzigartigkeit der Natur am deutsch-böhmischen Erzgebirgskamm wecken.

Seminaristisch und praxisorientiert beschäftigten sie die Teilnehmer mit der binationalen erzgebirgischen Flora als unterrichtsergänzendes Projektangebot und handelten anschließend praktisch. Dazu wurde in der Begegnungswoche eine Unterbringung in einer grenznahen Unterkunft mit ökologischem Profil (Haus der Kammbegegnungen, Rübenau) realisiert, die einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern und gleichzeitig Praxiseinsätze in Rübenau und Pobershau ermöglichte.

Durch die landschaftsgestalterische und -pflegerische Tätigkeit wurde bei den Jugendlichen beider Staaten ein Heimatbewusstsein für die Euroregion Erzgebirge-Krušnohoří aufgebaut. Dies konnte bei den gemeinsamen Reflexionen der einzelnen Aktivitätstage von den Betreuern wahrgenommen werden. Das Erzgebirge als Ganzes wurde als lebenswerter Raum verstanden, was in den unterrichtskonformen Nachbereitungen der beteiligten Bildungseinrichtungen überprüft werden konnte.

Das Projekt kam zudem der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beiderseits der Grenze zugute, da über die Projektinhalte hinaus nützliche Schlüsselkompetenzen für das weitere Leben aufgebaut wurden. Hier spielte vor allem der Abbau von Vorurteilen eine große Rolle, wie bei den gemeinsamen Aktivitäten "Lagerfeuerabend" und "Besuch der Therapieeinrichtung" deutlich.
Das Projekt wurde durch Bereitstellung von Mitteln aus dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie aus Eigenmitteln des Projektträgers Natura Miriquidica e.V. finanziert.