Projekt „Deutsch-tschechische Jugendbegegnung: Die Eberesche – Identitätsstiftendes Symbol des Erzgebirges“ erfolgreich durchgeführt

Der Förderverein Natura Miriquidica e.V. aus Pobershau/ Rübenau führte vom 18.10.2010 bis 22.10.2010 das grenzüberschreitende Projekt „Deutsch-tschechische Jugendbegegnung: Die Eberesche – Identitätsstiftendes Symbol des Erzgebirges“ durch. Gefördert wurde dieses aus dem Ziel3-Kleinprojektefonds der Euroregion Erzgebirge / Krušnohori. Schüler der tschechischen weiterführenden Schule SCHOLA HUMANITAS aus Litvinov gestalteten in der Begegnungswoche gemeinsam mit deutschen Schülern - Lehrlinge des Christlichen Jugenddorfwerkes Chemnitz, Lehrlinge der ASG - Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen mbH aus Annaberg-Buchholz sowie Schüler des Instituts für Gesundheit und Bildung aus Großrückerswalde – sowie zahlreichen Aktiven des Fördervereins Natura Miriquidica e.V. einen Ebereschenweg in Drebach, “Vuglbeer“-Standorte in Rübenau sowie das Außengelände am Naturkindergarten Pobershau. Ziel war es, deutsche und tschechische Jugendliche in sinnstiftender Tätigkeit zusammenzuführen, die Ebereschenbestände im Erzgebirge zu fördern und für die Kindergartenkinder in Pobershau ein ökologisches Spiel- und Lebensumfeld zu vervollständigen.

Die Woche begann mit einem Besuch der deutschen Projektteilnehmer in der Schuleinrichtung im tschechischen Litvinov. Der Projektmanager der Schule Turbák, der stellvertretende Direktor für den praktischen Unterricht Herr Pacina sowie der Parlamentsabgeordnete und ehemalige Litvinover Bürgermeister Herr Šťovíček begrüßten den Besuch aus Deutschland herzlich und wünschten der Woche eine guten Verlauf. Anschließend fand eine Besichtigung der SCHOLA HUMANITAS sowie ein Stadtrundgang durch Litvinov statt.

Für den weiteren Verlauf der Aktionswoche wurde die Herberge „(H)auszeit“ in Scharfenstein bezogen. Zum Einstieg konnte den Teilnehmern in einem Abendseminar die Bedeutung des Vorhabens verdeutlicht werden. Seit geraumer Zeit wird ein starkes Absterben der Ebereschenbestände des Erzgebirges durch die Monitoringtätigkeit des Fördervereins Natura Miriquidica e.V. festgestellt. Grund dafür ist ein Virus, welcher praktisch alle Ebereschenbestände in Europa befallen hat und der in Verbindung mit Sekundärschäden – Sturm, Straßensalz, Pilzbefall, „Baumpflege“ etc. – die Ebereschen im Erzgebirge bedroht. Mehrere Arbeitseinsätze im Zeichen „Vuglbeerbaam“ standen deshalb bevor. Am Dienstag und Mittwoch wurden Ebereschenbäume auf der Venusberger Höhe in Drebach gepflanzt. Unterstützung erhielt das Projekt dabei durch die Gemeinde Drebach, Herrn Bürgermeister Jens Hausstein, in Abstimmung mit Herrn Falk Bretschneider von der Landgesellschaft Drebach. Auch wenn das Wetter einen Vorgeschmack auf den kommenden Winter gab, konnte durch die Jugendlichen eine attraktive Baumreihe gestaltet werden. Sie gliedert die Landschaft, bietet Wanderern mit der Blüte im Frühling und den Früchten im Herbst einen attraktiven Wegabschnitt und stellt aus ökologischer Sicht eine bedeutende Biotopvernetzung dar. Am Donnerstag kamen dann Ebereschen am Kindergarten Pobershau zusammen mit vielen Beerensträuchern als „Naschgarten“ in der Erde.

Ein interessantes Rahmenprogramm sorgte bei den Projektteilnehmern für Abwechslung und Spannung. Höhepunkte des Programms waren unter anderem Nachtwanderungen um die Burg Scharfenstein, ein Besuch des Planetariums in Drebach und der Ausstellungen in der Burg, ein Kochseminar, in dem leckere Ebereschenmarmelade hergestellt wurde, und ein deutsch-tschechischer Abend mit lustigen Wettkämpfen. Am Donnerstag nahmen die deutschen und tschechischen Jugendlichen an einem Geländespiel auf GPS-Basis entlang der Schwarzen Pockau in Pobershau teil, bei welchem sie den Weg im Schwarzwassertal in gemischten Gruppen mit Navigationsgeräten selbst finden mussten. Diese GPS-Öko-Rallyes bietet der Förderverein Natura Miriquidica e.V. übrigens auch für Schulklassen und Gruppenveranstaltungen außerhalb der Projektwoche an. Begleitet wurden die Aktionen in der Begegnungswoche durch praxisorientiertes Sprachtraining.

Das Projekt setzt einen weiteren Meilenstein in der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Natura Miriquidica e.V. und dem tschechischen Projektpartner aus Litvínov. Der Förderverein Natura Miriquidica e.V. bedankt sich herzlich bei allen, die zum Gelingen der Begegnungswoche beigetragen haben.

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