Lebensräume ohne Drogen

Das Projekt umfasste eine Begegnungswoche vom 30. Juni 2014 bis 04. Juli 2014. Übergreifendes Thema war die sinnstiftende und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Natur des Erzgebirges sowie die Gelegenheit, sich intensiv kennenzulernen, Vorurteile ab- und neue Kontakte aufzubauen.

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Begegnung 13 tschechischer Berufsschüler aus Žatec (Fachschule für Landwirtschaft und Ökologie) aus dem Fachbereich Gartenbau und Landwirtschaft 2. und 3. Lehrjahr (Alter: 16-19 Jahre) sowie 19 deutscher Jugendlicher aus der Drogentherapie in Großrückerswalde im Alter von 16-29 Jahren.

In der Praxiswoche wurden täglich praktische Maßnahmen des Naturschutzes auf einer Biotopfläche an der deutsch-tschechischen Grenze umgesetzt. Durch die gemeinsame sinnstiftende Tätigkeit während der Kreativmaßnahmen konnten die Schüler - mit und ohne Drogengeschichte - interkulturelle Kompetenz und Teamfähigkeit erwerben. Binationale Arbeitsgruppen animierten die Schüler während der Praxiswoche, aktiv aufeinander zuzugehen. Die kreativ-praktische Auseinandersetzung mit der Kammnatur im Rahmen der Naturgartengestaltung sollte bei den Jugendlichen auch Begeisterung für die Einzigartigkeit der Natur am deutsch-böhmischen Erzgebirgskamm wecken. Höhepunkt des Praxiscamps war die feierliche Eröffnung eines Volleyballplatzes, welchen die Schüler in der Woche selbst gestalten.

Seminaristisch und praxisorientiert beschäftigten sie die Teilnehmer mit der binationalen erzgebirgischen Flora als unterrichtsergänzendes Projektangebot und handelten anschließend praktisch. Dazu wurde in der Begegnungswoche eine Unterbringung in einer grenznahen Unterkunft mit ökologischem Profil (Haus der Kammbegegnungen, Rübenau) realisiert, die einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern und gleichzeitig Praxiseinsätze beiderseits der Grenze ermöglichte. Es erfolgte eine nachhaltige Aufwertung des grenznahen Raumes durch Gestaltung eines Biotops

Durch die landschaftsgestalterische Tätigkeit wurde bei den Jugendlichen beider Staaten ein Heimatbewusstsein für die Euroregion Erzgebirge-Krušnohoří aufgebaut. Dies konnte bei den gemeinsamen Reflexionen der einzelnen Aktivitätstage von den Betreuern wahrgenommen werden. Das Erzgebirge als Ganzes wurde als lebenswerter Raum verstanden, was in den unterrichtskonformen Nachbereitungen der beteiligten Bildungseinrichtungen überprüft werden konnte.

Das Projekt kam zudem der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beiderseits der Grenze zugute, da über die Projektinhalte hinaus nützliche Schlüsselkompetenzen für das weitere Leben aufgebaut wurden. Hier spielte vor allem der Abbau von Vorurteilen eine große Rolle, wie bei den gemeinsamen Aktivitäten "Lagerfeuerabend" und "Besuch der Therapieeinrichtung" deutlich.

Das Projekt wurde durch Bereitstellung von Mitteln aus dem Deutsch-Tschechiscvhen Zukunftsfonds sowie aus Eigenmitteln der beteiligten Projektpartner finanziert.